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Preis für „Joyeux Noël“

An Heiligabend 1914 verbrüderten sich deutsche, französische und britische Soldaten für wenige Stunden, sangen gemeinsam Weihnachtslieder, spielten Fußball und sorgten so für einen Moment des Friedens inmitten des 1. Weltkriegs.

Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums haben eine Ausstellung für das Fußballmuseum Springe erarbeitet, die dieses historische Ereignis aufarbeitet und mit dem aktuellen Schicksal vieler Flüchtlinge verknüpft: „Joyeux Noël – Heiligabend an der Westfront 1914“. Unterstützt wurden die Gymnasiasten dabei von Studierenden des Instituts für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Leibniz Universität Hannover sowie von jugendlichen Kriegsflüchtlingen aus Syrien und Afghanistan aus den Sprachlernklassen der BBS 6 der Region Hannover und von der französischen Partnerschule in Albi.

Ausstellungsaufbau© Dirk Schröder
Die Ausstellung im Fußballmuseum© Dirk Schröder
Kriegsgräberfeld in Ypern© Dirk Schröder
Workshop mit den Kriegsflüchtlingen© Dirk Schröder

Die jungen Menschen reisten für einen viertägigen Workshop an den Ort dieser ungewöhnlichen Feuerpause nach Ypern, Belgien. Dort arbeiteten sie gemeinsam an dem Projekt, lernten sich kennen und spielten Fußball. Drei Gruppen, die sonst wenig Kontakt zueinander haben, kamen sich näher. Den Flüchtlingen wurde kulturelle Teilhabe und die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse auf einem ganz besonderen Weg ermöglicht.

Bis September 2015 gab es dazu eine Ausstellung im Fußballmuseum Springe zu besichtigen.

Die „KulturKometen“-Jury lobt die Verknüpfung eines historischen Themas mit gegenwärtigen Entwicklungen und Positionen. „Bemerkenswert sind der lebendige, dialogische Prozess sowie die vielfältigen originellen Ideen“, so die Jury. Dies sei vor allem auch der gelungenen Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gruppen zu verdanken.

Das Projekt bekam einen der drei mit 3.333,- Euro dotierten Preise zugesprochen.